Windböen und Sturm: Wind richtig einordnen

Eine Böe ist eine kurze, kräftige Windspitze, die den mittleren Wind deutlich übersteigt. Stürme werden nach der Beaufort-Skala eingeordnet: ab Windstärke 8 (rund 62 km/h) spricht man von Sturm, ab Stärke 12 (rund 118 km/h) von Orkan. Für Drohne, Kran oder Höhenarbeit zählen die Böenspitzen, nicht der Mittelwind.

Mittelwind, Böe und warum der Unterschied zählt

Der Mittelwind ist der über ein Zeitintervall gemittelte Luftstrom — meist über zehn Minuten. Eine Böe ist eine kurze, kräftige Windspitze, die diesen Mittelwert deutlich übersteigt. Sie entsteht, wenn Turbulenz schnellere Luft aus der Höhe nach unten mischt, wenn Hindernisse die Strömung ablösen lassen oder wenn absinkende Kaltluft aus einem Gewitter am Boden ausströmt.

Für Bauwerke, Kräne, Gerüste, Drohnen, Zelte und Bäume ist fast immer die Spitze entscheidend, nicht der Mittelwert: Es bricht nichts am Durchschnitt. Der Windschaden folgt zudem grob dem Quadrat der Geschwindigkeit — doppelte Windgeschwindigkeit bedeutet etwa vierfachen Staudruck.

Die Beaufort-Skala als Einordnung

Die Beaufort-Skala übersetzt Windgeschwindigkeit in beobachtbare Wirkung. Die wichtigsten Marken:

In Böen werden diese Schwellen deutlich früher erreicht als im Mittelwind — eine „Sturmböe" bei ansonsten mäßigem Wind ist der Normalfall, nicht die Ausnahme. Im Gebirge kommt der Föhn hinzu, der in exponierten Tälern Sturmstärke erreichen kann.

So zeigt es buscosun

Die Böenkarte zeigt die erwartete Spitzenböe in 10 Metern Höhe als Fläche über DE, AT und CH. Grundlage ist das Feld vmax_10m aus ICON-D2 — die maximale 10-Meter-Böe je Ausgabeintervall — mit 2,2 km Gitterweite, stündlich, bis 24 Stunden voraus. Die Farbrampe deckt 0 bis 40 m/s ab und ist an Beaufort orientiert: Sie kippt bei etwa 17 m/s (Sturmböe) ins Warme, bei 25 m/s ins Rote und läuft bei 33 m/s in den Orkanbereich. Der Layer Wind zeigt daneben den Mittelwind aus denselben Modellläufen — die Böenkarte zeigt Spitzen, die Windkarte den Durchschnitt.

Wer auf einer bestimmten Arbeitshöhe unterwegs ist, findet im Go/No-Go-Modus des Vertikalschnitts die passende Auswertung: Eine Arbeits- oder Flughöhe über Grund (Standard 120 m) und ein Böen-Grenzwert (Standard 40 km/h) werden vorgegeben, die Bodenböen über ein Potenzprofil v(z) = v10 · (z/10)0,2 auf diese Höhe hochgerechnet und über 36 Stunden im 15-Minuten-Raster ausgewertet. Das Ergebnis ist ein GO oder NO-GO mit den Zeitfenstern, in denen der Grenzwert überschritten wird.

Grenzen und amtliche Warnungen

2,2 Kilometer Gitterweite glätten Kuppen, Talausgänge und Straßenschluchten, in denen reale Böen deutlich höher liegen können; eine Höhenkorrektur bekommt die Böenkarte bewusst nicht, weil das Feld die Orografie schon enthält. Das Höhenprofil im Go/No-Go ist eine Standardannahme, kein gemessener Höhenwind — oberhalb von 1500 Metern über Grund sättigt es, und eine verbindliche Betriebsfreigabe ist es ausdrücklich nicht.

Vor allem: buscosun gibt keine Sturmwarnungen heraus. Amtliche Warnungen erscheinen im Layer Amtliche Warnungen ausschließlich im Wortlaut des jeweiligen Dienstes — DWD und MeteoSchweiz —, ohne Zusammenfassung und ohne Umformulierung. Für Österreich fehlt dort weiterhin eine offene amtliche Quelle; die Böenkarte deckt AT trotzdem ab, weil ICON-D2 über die Grenze reicht.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Wind und Böe?

Der Wind ist der über ein Zeitintervall gemittelte Luftstrom, meist über zehn Minuten; eine Böe ist eine kurze Windspitze, die diesen Mittelwert deutlich übertrifft. Für Sicherheit am Bau, beim Drohnenflug oder beim Zeltaufbau sind die Böen entscheidend.

Ab wann spricht man von Sturm?

Nach der Beaufort-Skala ab Windstärke 8, also rund 62 km/h, von Sturm; ab Stärke 10 (rund 89 km/h) von schwerem Sturm und ab Stärke 12 (rund 118 km/h) von Orkan. In Böen werden diese Schwellen deutlich früher erreicht als im Mittelwind.

Wie weit voraus zeigt buscosun Böen?

Die Böenkarte deckt bis 24 Stunden voraus ab, stündlich und mit 2,2 Kilometern Gitterweite aus dem DWD-Modell ICON-D2. Der Go/No-Go-Check für eine gewählte Arbeitshöhe rechnet über 36 Stunden im 15-Minuten-Raster.

Warum ist der Wind auf dem Kran stärker als in der Vorhersage?

Weil Modelle den Wind in 10 Metern Höhe angeben und er mit der Höhe zunimmt. buscosun rechnet ihn im Go/No-Go über ein Potenzprofil auf die eingestellte Arbeitshöhe hoch — das bleibt eine Standardannahme und ersetzt keine Messung vor Ort.

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Quellen