Wettermodelle vergleichen: Unsicherheit ehrlich lesen

Verschiedene Wettermodelle wie ICON-D2, MOSMIX und ICON-EU rechnen mit unterschiedlicher Auflösung und Physik und liefern daher leicht abweichende Vorhersagen. Die Streuung zwischen ihnen ist ein ehrliches Maß für die Unsicherheit: Liegen sie eng beieinander, ist die Prognose verlässlicher; driften sie auseinander, ist Vorsicht geboten. buscosun zeigt diesen Spread statt einer Scheingenauigkeit.

Warum Modelle auseinanderlaufen

Ein Wettermodell startet mit einem Bild der Atmosphäre, das nie vollständig ist: Messungen sind lückenhaft, und zwischen zwei Gitterpunkten muss interpoliert werden. Winzige Unterschiede in diesen Anfangsbedingungen wachsen mit jedem Rechenschritt — das ist die praktische Folge der chaotischen Dynamik der Atmosphäre. Dazu kommen unterschiedliche Gitterweiten und unterschiedliche Annahmen für alles, was feiner ist als das Gitter: Konvektion, Wolkenphysik, Reibung am Boden.

Deshalb ist die interessante Frage nie „welches Modell hat recht", sondern wie weit die Modelle auseinanderliegen. Liegen sie eng beieinander, ist die Wetterlage gut bestimmt. Driften sie auseinander, ist die Lage offen — und eine einzelne Zahl mit Nachkommastelle wäre eine Scheingenauigkeit.

Unsicherheit richtig lesen

So zeigt es buscosun

Die Vorhersage-Seite stellt fünf unabhängige Modelle nebeneinander: ICON (DWD), ECMWF, GFS (NOAA), GEM (Kanada) und Météo-France, dazu die Läufe der letzten Tage als Ghost-Linien. Die Linie zeigt den Konsens, das Band den Spread. Ein Konfidenz-Score je Tag entsteht aus dieser Streuung und der Vorlaufzeit und wird in drei Stufen ausgewiesen: hohe Sicherheit ab 70 %, mittlere ab 40 %, darunter niedrige. Als Faustzahl gilt eine Temperatur-Streuung von 0,6 °C als scharf und 4 °C als unsicher; die Einigkeitsanzeige stuft bis 1,2 °C als hoch und bis 2,8 °C als gemischt ein, beim Wind bei 5 und 12 km/h.

Der Rückblick prüft die eigene Arbeit nach: Über die letzten 30 Tage vergleicht buscosun Vorhersagen mit einem und drei Tagen Vorlauf gegen das eingetretene Wetter — als mittlere absolute Abweichung für Temperatur und Wind, als Ja/Nein-Treffer für Regen. Dabei wird ausdrücklich gesagt, dass die Referenz der Konsens der Modell-Analysen ist und nicht eine Stationsmessung; die Reihung der Quellen ist damit belastbar, die absoluten Werte sind eine Untergrenze. Als Fläche zeigt der Layer Vorhersage-Sicherheit, wo es unsicher ist, und Validierung rechnet die Kalibrierung des Regen-Nowcasts live gegen das später beobachtete Radar nach. Die Details stehen unter Methodik: Konfidenz und Trefferquote.

Grenzen dieser Betrachtung

Der Modellvergleich misst Einigkeit, nicht Wahrheit. Er kann nicht erkennen, wenn alle Quellen denselben systematischen Fehler tragen, und er ersetzt kein echtes Ensemble mit gestörten Anfangsbedingungen. Die Trefferquote nutzt Analysen als Referenz, keine Messwerte, und braucht eine Mindest-Datenbasis, bevor sie überhaupt eine Reihung zeigt. Auch „Regen" ist eine Definition und keine Naturkonstante: buscosun zählt eine Tagessumme ab 1 mm als nennenswerten Niederschlag — überall in der App gleich. Alle Aussagen bleiben Wahrscheinlichkeiten.

Häufige Fragen

Warum unterscheiden sich Wettermodelle?

Sie nutzen unterschiedliche Gitterweiten, Startdaten und physikalische Annahmen für alles, was feiner als das Gitter ist. Kleine Unterschiede in den Anfangsbedingungen verstärken sich mit jedem Rechenschritt — die Atmosphäre verhält sich chaotisch.

Was sagt der Modell-Spread aus?

Die Streuung zwischen den Modellen ist ein Maß für die Vorhersageunsicherheit. Geringer Spread bedeutet, dass die Wetterlage gut bestimmt ist; großer Spread mahnt zur Vorsicht und spricht dafür, eine Entscheidung noch offen zu halten.

Heißt eine stabile Vorhersage, dass sie stimmt?

Nein. Stabilität beschreibt nur, dass sich die Vorhersage von Lauf zu Lauf kaum ändert. Alle Läufe können denselben Fehler wiederholen. buscosun weist Stabilität und Trefferquote deshalb getrennt aus und sagt das ausdrücklich dazu.

Welche Modelle vergleicht buscosun?

Fünf unabhängige Modelle mit DACH-Abdeckung: ICON vom DWD, ECMWF, GFS von der NOAA, GEM aus Kanada und Météo-France. Auf der Karte selbst ist ICON-D2 mit 2,2 Kilometern Gitterweite der Standard, ergänzt um die jeweiligen Landesradare.

Verwandte Themen

Für wen das zählt

Passende Orte

Quellen