Föhn: warmer Fallwind über den Alpen
Föhn ist ein warmer, trockener Fallwind, der entsteht, wenn Luft über ein Gebirge strömt, an der Luvseite abregnet und auf der Leeseite wieder absinkt. Beim Absinken erwärmt sie sich um rund 1 °C je 100 Höhenmeter. Im Alpenraum bringt Föhn oft ungewöhnlich milde Temperaturen, klare Fernsicht und kräftige, böige Winde.
Wie Föhn entsteht
Strömt feuchte Luft gegen ein Gebirge, wird sie an der windzugewandten Luvseite zum Aufsteigen gezwungen. Dabei kühlt sie zunächst um etwa 1 °C je 100 m ab; sobald Wolken und Niederschlag einsetzen, nur noch um rund 0,5–0,6 °C je 100 m (feuchtadiabatisch), weil bei der Kondensation Wärme frei wird. Auf der windabgewandten Leeseite sinkt die nun trockenere Luft ab und erwärmt sich wieder um die vollen rund 1 °C je 100 m (trockenadiabatisch). Diese Differenz ist der Grund, warum es im Lee deutlich wärmer und trockener wird als im Luv.
Woran man Föhn erkennt
- Föhnmauer: ein Wolkenstau über dem Alpenhauptkamm, während es im Lee aufklart.
- Temperatursprung: rascher Anstieg um oft 5–15 °C, dazu ein Einbruch der Luftfeuchte.
- Böiger Wind aus der Leerichtung mit Spitzen, die in exponierten Tälern Sturmstärke erreichen können.
- Außergewöhnliche Fernsicht durch die trockene, partikelarme Luft.
- Ein deutliches Luftdruckgefälle über den Alpen (Südföhn: höherer Druck im Süden).
Wo Föhn typisch auftritt
In den Alpen unterscheidet man Südföhn (Anströmung aus Süden, warm und mild auf der Alpennordseite) und Nordföhn (Anströmung aus Norden, auf der Alpensüdseite). Klassische Föhntäler sind das Inntal um Innsbruck, das Wipptal, das Rheintal sowie die nördlichen Alpentäler in Bayern, Tirol, Vorarlberg und Graubünden. buscosun erkennt Föhnlagen heuristisch aus Anströmung, Druckgefälle und Geländemodell und markiert sie auf der Karte.
Häufige Fragen
Was ist Föhn?
Föhn ist ein warmer, trockener Fallwind im Lee eines Gebirges. Er entsteht, wenn Luft über einen Bergkamm strömt, auf der Luvseite abregnet und auf der Leeseite absinkt und sich dabei erwärmt.
Warum ist es bei Föhn so warm?
Weil die absinkende Luft auf der Leeseite trockenadiabatisch um rund 1 °C je 100 Höhenmeter erwärmt wird, während sie auf der Luvseite durch die Wolkenbildung nur langsamer abgekühlt war. Diese Differenz erzeugt den Wärmeüberschuss.
Wo gibt es in den Alpen am häufigsten Föhn?
In den großen Nord-Süd-Tälern, etwa im Inntal um Innsbruck, im Wipptal, im Rheintal sowie in den nördlichen Alpentälern Bayerns, Tirols, Vorarlbergs und Graubündens.
Ist Föhn gefährlich?
Föhn selbst ist ein normales Wetterphänomen, kann aber Sturmböen bringen, die Bäume entwurzeln oder den Bergsport erschweren. Amtliche Sturmwarnungen gibt ausschließlich der Wetterdienst heraus; buscosun zeigt nur den meteorologischen Kontext.