Schneefallgrenze: ab welcher Höhe es schneit

Die Schneefallgrenze ist die Höhe, unterhalb derer Niederschlag als Regen und oberhalb als Schnee fällt. Sie liegt meist einige hundert Meter unter der Höhe des 0-°C-Niveaus, weil schmelzender Schnee die Luft abkühlt. Niederschlagsintensität, Luftmasse und Geländeform verschieben sie; in Tälern kann sie durch Kaltluft deutlich tiefer liegen.

Nullgradgrenze und Schneefallgrenze sind nicht dasselbe

Die Nullgradgrenze ist die Höhe, in der die Lufttemperatur 0 °C beträgt. Die Schneefallgrenze liegt darunter — meist einige hundert Meter. Der Grund ist die Schmelzwärme: Fällt eine Schneeflocke unter die Nullgradgrenze, schmilzt sie nicht sofort, sondern entzieht der Luft dabei Energie und kühlt sie ab. Bei kräftigem Niederschlag fallen so viele Flocken gleichzeitig, dass sich in der Schmelzschicht eine nahezu isotherme Zone um 0 °C aufbaut und der Schnee deutlich tiefer herunterkommt als die Temperaturkurve allein vermuten ließe.

Deshalb ist die Schneefallgrenze auch keine scharfe Linie, sondern ein Übergangsband: Ein paar hundert Meter darüber ist es reiner Schnee, darunter reiner Regen, dazwischen Schneeregen.

Was die Grenze verschiebt

So zeigt es buscosun

Der Layer Schneefallgrenze zeichnet die Grenze als Linie, die dem Gelände folgt. Grundlage ist die 2-Meter-Temperatur aus ICON-D2 (2,2 km, stündlich, 0 bis +24 h), die über das Geländemodell mit 6,5 K je Kilometer auf die echte Höhe gerechnet wird (mehr dazu unter Höhenkorrektur). Von diesem Feld wird die Schwellentemperatur abgezogen, bei der Schnee und Regen gleich wahrscheinlich sind, und die Null-Linie extrahiert.

Diese Schwelle ist kein fester Wert: Sie besteht aus einem physikalischen Anker um +1 °C und einer Orts-Korrektur, die aus der Historie der umliegenden DWD-Stationen gelernt wurde — eine logistische Kurve für die Wahrscheinlichkeit von Schnee in Abhängigkeit von Temperatur und relativer Feuchte, begrenzt auf ±1,5 K Abweichung vom Anker. Im Regenradar wird daraus zusätzlich die Trennung zwischen Tal und Grat: Ab 700 Metern Ortshöhe nennt buscosun beide Werte und sagt ausdrücklich, ob die Grenze über dem Grat, unter dem Tal oder dazwischen liegt. Für Österreich und die Schweiz nennt der Punktforecast zusätzlich die Schneefallgrenze aus dem C-LAEF-Modell in Metern.

Wo die Angabe an ihre Grenze kommt

Die Linie ist ein Modellprodukt, keine Messung — Radar erkennt die Niederschlagsphase nicht, es misst nur Reflektivität. Die gelernte Korrektur bildet Orts-, aber keine Wetterlagen-Effekte ab; die Intensitätsabhängigkeit ist in der Flächenkarte nicht aufgelöst. In milder Tieflandsluft existiert schlicht keine Null-Linie — dann zeigt die Karte keine Grenze, weil überall Regen fällt, statt eine Linie an den Kartenrand zu legen. Und weil 300 Höhenmeter über Pulverschnee oder Regen entscheiden können, ist die Angabe als Richtwert zu lesen, nicht als Garantie für einen bestimmten Ort.

Häufige Fragen

Was ist die Schneefallgrenze?

Die Höhe, unterhalb derer Niederschlag als Regen und oberhalb als Schnee fällt. Sie liegt typischerweise einige hundert Meter unter dem 0-°C-Niveau der Atmosphäre und ist in Wirklichkeit ein Übergangsband mit Schneeregen, keine scharfe Linie.

Warum liegt die Schneefallgrenze unter der Nullgradgrenze?

Weil fallender Schnee beim Schmelzen Energie verbraucht und die Luft dabei abkühlt. Dadurch reicht Schneefall oft mehrere hundert Meter unter das 0-°C-Niveau hinab, besonders bei kräftigem Niederschlag und in trockener Luft.

Warum zeigt die Karte manchmal gar keine Schneefallgrenze?

Weil in milder Tieflandsluft keine Null-Linie existiert: Es fällt überall Regen. buscosun zeichnet dann bewusst keine Linie, statt eine Grenze an den Kartenrand zu schieben und damit eine Aussage vorzutäuschen, die die Daten nicht hergeben.

Wie genau ist die Schneefallgrenze in buscosun?

Sie stammt aus dem ICON-D2-Modell mit 2,2 km Gitterweite, höhenkorrigiert auf das Geländemodell, mit einer aus DWD-Stationen gelernten Orts-Korrektur. Kleinräumige Effekte wie Kaltluftseen in engen Tälern und die Abhängigkeit von der Niederschlagsintensität bildet die Flächenkarte nicht ab.

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