buscosun für Gleitschirm- und Drachenflieger: Höhenwind, Thermik, Inversion und Föhn
buscosun zeigt Gleitschirm- und Drachenfliegern die Atmosphäre über dem Startplatz als Vertikalprofil aus ICON-EU: Höhenwind in mehreren Druckflächen, Windscherung, Wolkenbasis, Inversionsbänder, eine Thermik-Schätzung aus der Grenzschichttiefe, den Talwind-Tagesgang und einen dreistufigen Föhn-Index. Alles trägt seine Herkunft und seine Unsicherheit; ein amtliches Flugwetter-Briefing ersetzt es nicht.
Was du hier bekommst
Die Linse Thermik & Fliegen der Atmosphäre-Ansicht baut über deinem Marker ein Vertikalprofil aus den ICON-EU-Druckflächen des DWD (rund 7 km Gitter). Daraus leitet buscosun das Höhenwindprofil in km/h, Zonen starker Windscherung, die Wolkenbasis, Inversionsbänder und die Nullgradgrenze ab. Die Thermik-Karte hebt für jede Geländezelle ein trockenes Bodenpaket mit fester Tages-Überhitzung von 3 K bis zum Schnitt mit dem Umgebungsprofil; die so gewonnene Grenzschichttiefe wird zur Thermik-Stärke — 2 500 m Grenzschicht gelten als „volle" Stärke von etwa 5 m/s. Das ist im Code ausdrücklich als Schätzung gekennzeichnet: ein Profil über die Fläche gehalten, keine Hangwind- oder Einstrahlungsphysik, kein gemessener Steigwert.
Das deterministische Urteil je Linse (gut, Vorsicht, schlecht) nutzt dokumentierte, konservative Schwellen: über 40 km/h Wind in den untersten 2 000 m über Grund gilt als nicht fliegbar, unter 25 km/h mit nutzbarer Thermik als gut. Der Föhn-Index (kein, tendenziell, aktiv) prüft den kammnahen Wind zwischen 1 200 und 3 500 m über Grund auf Südsektor (120–240°) und Stärke (30 bzw. 45 km/h) sowie die Abtrocknung der Bodenschicht (Taupunktspreizung ab 6 K). Der Talwind-Tagesgang nennt die Umkehrzeiten zwischen Hangauf- und Hangabwind aus dem stündlichen Oberflächenwind und dem DEM-Gradienten — die „bergauf"-Richtung ist der lokale Hang, keine echte Talachse.
Auf der Wetterkarte schaltet der Windlayer vom 10-m-Wind (ICON-D2, 2,2 km) auf die Druckflächen 850, 700 und 500 hPa aus ICON-EU um; die Böenkarte reicht 24 Stunden voraus. Für Profis öffnet der Nerd-Modus ein Skew-T-Diagramm mit CAPE, CIN, LCL, LFC, EL und Lifted Index aus den rohen ICON-EU-Leveln.
So nutzt du buscosun als Gleitschirmflieger
- Öffne Thermik & Fliegen und setze den Marker auf deinen Startplatz — das Profil, die Thermik-Karte und das Urteil erscheinen für die nächsten 48 Stunden.
- Prüfe den Höhenwind auf der Windkarte: im Wind-Panel von 10 m auf 850, 700 oder 500 hPa umschalten, um den Wind auf Basishöhe zu sehen.
- Ziehe im Vertikalschnitt eine Linie vom Startplatz über den Landeplatz — Windbänder unter 15, 15–30, 30–45, 45–60 und über 60 km/h zeigen, wo es kräftig wird.
- Sieh dir vor Alpenflügen die Föhn-Linse an; die Böenkarte (Böen) zeigt die Spitzen bis +24 h.
- Lies nach, was dahintersteckt: Thermik, Talwind, Inversion und Skew-T.
Was buscosun hier nicht kann
- Kein Flugwetter-Briefing und kein Ersatz für DHV-Wetter, Segelflugwetter oder METAR/TAF. buscosun ist rechtlich nicht für sicherheitskritische Entscheidungen gebaut.
- Die Thermik-Stärke ist eine Grenzschicht-Schätzung aus einem Profil, kein gemessener Steigwert; Hangwind und Einstrahlung stecken nicht darin.
- ICON-EU hat rund 7 km Gitter und grobe Standard-Druckflächen: dünne Schichten unter 200 m (etwa flache Inversionen) sind nicht sicher aufgelöst.
- Der Föhn-Index kennt keine Luv-Lee-Druckdifferenz — es gibt keine Stationsdruck-Pipeline im Projekt. Er ist ein Richtwert aus Höhenwind und Bodentrockenheit, keine Föhnwarnung.
- Der Vertikalschnitt der 3D-Bühne rechnet die Vertikalstruktur aus 10-m-Werten und Standardprofilen, nicht aus echten Druckflächen — die Oberfläche sagt das.
- Keine Startplatz-Datenbank, keine Fluggebiets-Regeln, keine Luftraumdaten. buscosun gibt keine amtlichen Warnungen heraus; amtliche Warntexte erscheinen nur als wörtliches Zitat. Maßgeblich bleiben DWD, GeoSphere Austria und MeteoSchweiz.
Datenquellen und Länder
Das Vertikalprofil kommt für Deutschland, Österreich und die Schweiz gleichermaßen aus ICON-EU (DWD, CC BY 4.0), der Bodenwind aus ICON-D2 (2,2 km, DACH). Damit gibt es hier keine Länderlücke im Profil selbst. Unterschiede entstehen erst bei den Zusatzinformationen: amtliche Warnungen erscheinen als Flächen nur für Deutschland (DWD) und die Schweiz (MeteoSchweiz über MeteoAlarm); Österreich hat im Layer noch keine Flächen, das Panel nennt stattdessen GeoSphere Austria. Die Blitzkarte stammt vom DWD-Blitznetz und ist auf Deutschland fokussiert. Live-Stationen decken DE (DWD), AT (TAWES) und CH (SMN) ab.
Häufige Fragen
Zeigt buscosun die Thermik-Stärke in m/s?
Als Schätzung aus der Grenzschichttiefe: 2 500 m Grenzschicht entsprechen im Modell „voller" Stärke von etwa 5 m/s. Es ist kein gemessener Steigwert, und die Karte sagt das.
Woher kommt der Höhenwind?
Aus den ICON-EU-Druckflächen des DWD (850, 700, 500 hPa und weitere, rund 7 km Gitter). ICON-D2 veröffentlicht Druckflächen nur im Ikosaeder-Gitter, das der eingebaute Decoder nicht liest.
Ist der Föhn-Index eine Föhnwarnung?
Nein. Er kombiniert kammnahen Südwind ab 30 bzw. 45 km/h mit abgetrockneter Bodenschicht; die Druckdifferenz Luv–Lee fehlt und wird in der Oberfläche als fehlend benannt.
Ersetzt buscosun das DHV-Wetter?
Nein. buscosun ist ein Modell-Kontext ohne Briefing-Charakter. Für die Flugentscheidung gelten amtliche Quellen, Fluggebietsregeln und die eigene Einschätzung am Startplatz.