Skew-T-Diagramm: das Vertikalprofil der Atmosphäre lesen
Ein Skew-T-log-P-Diagramm zeigt Temperatur und Taupunkt der Atmosphäre gegen den Luftdruck, mit schräg gestellten Isothermen und logarithmischer Höhenachse. Daraus lassen sich Wolkenbasis (LCL), Kondensationsniveau freier Konvektion (LFC), Gleichgewichtsniveau (EL), CAPE und CIN als Flächen ablesen — der Standard, mit dem Meteorologen Gewitter- und Thermikpotenzial beurteilen.
Wie das Diagramm aufgebaut ist
Die senkrechte Achse ist der Druck, logarithmisch, sodass die Höhe annähernd linear erscheint; oben liegen meist 100 oder 200 hPa. Die Isothermen laufen schräg von links unten nach rechts oben — daher „skew". Diese Schrägstellung macht die Flächen zwischen Umgebungs- und Parcel-Kurve proportional zur Energie. Eingezeichnet sind die Temperaturkurve, die Taupunktkurve, trocken- und feuchtadiabatische Hilfslinien und rechts die Windfiedern je Niveau. Liegen Temperatur und Taupunkt eng beieinander, ist die Schicht feucht bis wolkig; klaffen sie auseinander, ist sie trocken.
Die Kennwerte: LCL, LFC, EL, CAPE, CIN
- LCL: Hebungskondensationsniveau — die Höhe, in der ein vom Boden gehobenes Luftpaket kondensiert; die Basis der Quellwolken.
- LFC: Niveau freier Konvektion — ab hier ist das Paket wärmer als die Umgebung und steigt von allein.
- EL: Gleichgewichtsniveau — das Paket ist wieder so kalt wie die Umgebung; die Obergrenze der Gewitterwolke (Amboss).
- CAPE: die Fläche zwischen LFC und EL, in der das Paket wärmer ist — verfügbare Energie in J/kg.
- CIN: die Fläche unter dem LFC, in der das Paket kälter ist — der „Deckel", der überwunden werden muss.
- Inversionen erscheinen als Knick, in dem die Temperatur mit der Höhe zunimmt; die Nullgradgrenze als Schnitt der Temperaturkurve mit 0 °C.
So zeigt es buscosun
Im Querschnitt öffnet das Profi-Panel ein echtes Skew-T-log-P aus dem DWD-Modell ICON-EU (rund 7 km): Temperatur, Feuchte und Wind auf den Standard-Druckflächen plus reale Bodenwerte, am Punkt bilinear gesampelt. Der Preis dafür ist ehrlich benannt — ein Profil lädt etwa 40 Dateien, deshalb ist es ein Feature auf Abruf, kein Standardbild. Das Diagramm spannt −40 bis +40 °C am unteren Rand, reicht bis 200 hPa, zeichnet den Hebungsparcel gestrichelt, CAPE rot und CIN blau als Flächen und markiert LCL, LFC und EL. Aus demselben Profil leitet buscosun die Grenzschicht-Obergrenze (trockenadiabatisch, 9,8 K/km), Wolkenschichten (Taupunktspreizung unter 3 °C), Inversionsbänder, Scherzonen und eine Thermikstärke-Schätzung von 0 bis 5 m/s aus der Grenzschichttiefe ab — eine Schätzung, kein gemessener Steigwert. Dünne Strukturen unter 200 m löst der grobe Levelsatz nicht sicher auf. Die Ansicht Fliegen übersetzt dieselben Größen in Höhenwind, Thermik und Talwind.
Häufige Fragen
Woher kommt das Profil — ist das eine Radiosonde?
Nein. buscosun zeigt ein Modellprofil aus DWD ICON-EU mit rund 7 km Auflösung auf Standard-Druckflächen. Es ist ein Richtwert für den Punkt, keine Messung; echte Radiosondenaufstiege gibt es nur an wenigen Stationen zweimal täglich.
Wie lese ich CAPE im Skew-T ab?
CAPE ist die Fläche zwischen der Parcel-Kurve und der Umgebungstemperatur oberhalb des LFC, solange das Paket wärmer ist. Je größer und breiter diese rot markierte Fläche, desto mehr Energie steht Gewittern zur Verfügung; die blaue CIN-Fläche darunter zeigt den Deckel.
Warum sind die Isothermen schräg?
Damit Energie als Fläche ablesbar wird und Temperaturkurven in der Troposphäre annähernd senkrecht verlaufen. Ohne die Schrägstellung würden alle Kurven in einer schmalen Diagonale zusammenfallen und CAPE wäre kaum sichtbar.
Was sagt eine kleine Taupunktspreizung?
Dass die Luft in dieser Höhe nahezu gesättigt ist — Wolken sind wahrscheinlich. buscosun markiert Niveaus mit weniger als 3 °C Spreizung als wolkig und leitet daraus die Wolkenschichten des Profils ab.