Trockenperioden: wann aus trockenen Tagen Dürre wird

Eine Trockenperiode ist eine Folge von Tagen praktisch ohne Niederschlag — bei buscosun mindestens zehn Tage in Folge mit weniger als 1 mm. Dürre ist mehr: ein Wasserdefizit, das sich über Wochen im Boden, in Pflanzen und Flüssen aufbaut. Ob eine Trockenperiode zur Dürre wird, entscheiden Bodenfeuchte, Verdunstung und die Vorgeschichte, nicht die Zahl der Tage allein.

Meteorologische, Boden- und hydrologische Dürre

Fachlich werden drei Stufen unterschieden. Die meteorologische Dürre ist ein Niederschlagsdefizit gegenüber dem Üblichen — sie beginnt mit jeder längeren Trockenperiode. Die Bodendürre (agrarische Dürre) tritt ein, wenn der Boden seinen pflanzenverfügbaren Wasservorrat aufgebraucht hat; im Hochsommer kann das nach zwei bis drei Wochen ohne Regen der Fall sein, im Frühjahr dauert es länger. Die hydrologische Dürre folgt mit Monaten Verzögerung in Grundwasser und Flüssen. Deshalb kann ein einzelner Gewitterregen die Trockenperiode beenden, die Dürre aber nicht.

Bodenfeuchte: Welkepunkt und Feldkapazität

Der Boden hält Wasser zwischen zwei Marken: der Feldkapazität (so viel, wie er gegen die Schwerkraft halten kann) und dem Welkepunkt (die Pflanze bekommt kein Wasser mehr). Der Bodenfeuchteindex SMI normiert das auf 0 (Welkepunkt) bis 1 (Feldkapazität). Entscheidend ist die Tiefe: Der Oberboden trocknet in Tagen aus und steuert das Zündrisiko von Gras und Streu, die Wurzelzone in Wochen und steuert Pflanzenstress und Baumvitalität. Ein feuchter Unterboden unter trockenem Oberboden ist im Frühjahr der Normalfall — ein trockener Unterboden im Herbst das Warnzeichen der Landwirtschaft.

So zeigt es buscosun

Rückblickend erkennt das Wetterarchiv (Historie) Trockenperioden in den Stationsreihen: mindestens zehn aufeinanderfolgende Tage mit weniger als 1 mm Niederschlag, jeweils mit Beginn, Ende und Dauer; das längste Ereignis eines Jahres wird hervorgehoben. Die Schwelle 1 mm filtert Tau und Nieselreste heraus, ohne einen kurzen Schauer als Ende zu übersehen. Vorausschauend zeigt der Brandradar in der Sicht Trockenheit den SMI aus dem DWD-Modell ICON-D2 (2,2 km, stündlich) in zwei Tiefen — Oberboden bis 9 cm, Wurzelzone bis 81 cm — und nennt, wie viel Prozent der Bodenfläche im DACH-Raum am oder unter dem Welkepunkt liegen; das ist ein Modellwert dieses Laufs, keine Klimatologie und keine Messung. Als Feuerwetter-Größe steht daneben der Drought Code des FWI mit rund 52 Tagen Gedächtnis unter Gefahrenindex — ausdrücklich keine Bodenfeuchte. Die europäischen EDO-Dürreprodukte sind aus technischen Gründen nicht eingebunden und werden nicht nachgebildet.

Häufige Fragen

Ab wann spricht man von einer Trockenperiode?

Es gibt keine einheitliche Definition. buscosun zählt mindestens zehn aufeinanderfolgende Tage mit weniger als 1 mm Niederschlag. Andere Quellen nutzen 0,1 mm als Schwelle oder verlangen 14 Tage; wichtig ist, dass Schwelle und Mindestdauer genannt werden.

Ist Trockenheit dasselbe wie Dürre?

Nein. Trockenheit beschreibt fehlenden Regen über Tage oder Wochen. Dürre ist das daraus entstehende Wasserdefizit in Boden, Pflanzen und Gewässern, das sich über Wochen aufbaut und nach dem ersten Regen noch Wochen anhält.

Woher kommt die Bodenfeuchte auf buscosun?

Aus dem DWD-Modell ICON-D2 als Bodenfeuchteindex in zwei Tiefen — ein Modellwert, keine Messung. Ein flächendeckendes Messnetz für Bodenfeuchte gibt es nicht; Wasser, Fels und Eis bleiben ohne Wert.

Warum zeigt der Drought Code Trockenheit, obwohl der Boden feucht ist?

Weil der Drought Code ein Feuerwetter-Code für tiefe organische Auflagen mit rund 52 Tagen Gedächtnis ist, keine Bodenfeuchte. Er reagiert langsam auf Regen und beschreibt Brennmaterial, nicht Wurzelraum — beide Größen stehen deshalb getrennt und benannt nebeneinander.

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