Wachstumsgradtage (GDD) und Heizgradtage (HDD): Wärmesummen erklärt
Wachstumsgradtage summieren über das Jahr, um wie viel das Tagesmittel eine Basistemperatur (bei buscosun 10 °C) übersteigt — ein Maß für die Wärme, die Pflanzen zur Entwicklung bekommen. Heizgradtage summieren umgekehrt, um wie viel das Tagesmittel unter einer Basis (15 °C) liegt — ein Maß für den Heizbedarf. Beide machen Jahre vergleichbar, unabhängig vom Kalender.
Wachstumsgradtage (Growing Degree Days)
Pflanzen entwickeln sich nicht nach Datum, sondern nach Wärme. GDD rechnen das aus: Für jeden Tag wird die Differenz zwischen Tagesmittel und Basistemperatur gebildet, negative Werte werden zu null, und alles wird aufsummiert. Mit Basis 10 °C liefert ein Tag mit 18 °C Mittel 8 Gradtage, ein Tag mit 7 °C null. Weinbau, Obstbau und Maisanbau nutzen Basis 10 °C; für Wintergetreide sind 5 °C üblich, für Wärmeliebendes 12 °C oder mehr. Die kumulierte Kurve über das Jahr zeigt, wann ein Jahr „vorne" oder „hinten" liegt — ein Frühjahr, das Anfang Mai schon 200 Gradtage erreicht, bringt Blüte und Ernte um Wochen nach vorn.
Heizgradtage (Heating Degree Days)
Heizgradtage summieren, um wie viel das Tagesmittel unter einer Basis liegt: Mit Basis 15 °C zählt ein Tag mit 2 °C Mittel 13 Gradtage, ein Tag mit 16 °C null. Je höher die Summe, desto größer der Heizbedarf des Jahres — Energieversorger und Gebäudetechnik normieren damit Verbräuche. In Deutschland ist daneben die Gradtagzahl nach VDI 3807 verbreitet, die mit Heizgrenze 15 °C und Raumtemperatur 20 °C rechnet (G20/15) und deshalb höhere Zahlen liefert; der DWD veröffentlicht Gradtagzahlen für Stationen. Die einfache 15-°C-Summe von buscosun ist mit G20/15 nicht direkt vergleichbar — der Trend über die Jahre ist es schon.
So zeigt es buscosun
Im Wetterarchiv (Historie) rechnet buscosun beide Summen aus den Tagesmitteln der nächsten Station: Wachstumsgradtage mit Basis 10 °C, Heizgradtage mit Basis 15 °C, jeweils gerundet je Jahr und mit der Zahl der ausgewerteten Tage, damit Lücken sichtbar bleiben. Die kumulierte GDD-Kurve eines Jahres lässt sich gegen andere Jahre legen. Dazu kommt die frostfreie Periode: der letzte Frost vor der Jahresmitte (Tag 183) und der erste Frost danach, ihre Differenz in Tagen sowie über alle Jahre das mittlere Datum des letzten Frühjahrsfrosts mit seiner Schwankung — die Kenngröße für Aussaat- und Pflanztermine. Für einen Standort wie Würzburg oder Krems zeigt das, ob die Vegetationszeit sich verlängert. Die Basistemperaturen sind Standardwerte, keine Sortenkalibrierung; wer 5 °C oder 12 °C braucht, muss das derzeit selbst umrechnen.
Häufige Fragen
Welche Basistemperatur verwendet buscosun?
Für Wachstumsgradtage 10 °C, für Heizgradtage 15 °C. Beides sind verbreitete Standardwerte; landwirtschaftliche Kulturen nutzen je nach Art auch 5 °C oder 12 °C, und die deutsche Gradtagzahl nach VDI 3807 rechnet zusätzlich mit 20 °C Raumtemperatur.
Wie viele Wachstumsgradtage braucht Wein?
Als Richtwert gelten für Rebsorten wie Riesling rund 1 000 bis 1 300 Gradtage (Basis 10 °C) über die Vegetationszeit, für spätreifende rote Sorten mehr. Die Zahlen hängen von Sorte, Lage und Rechenweise ab und sind kein Ersatz für die Beratung vor Ort.
Warum unterscheiden sich meine Heizgradtage vom Energieversorger?
Versorger nutzen meist die Gradtagzahl G20/15 nach VDI 3807, die an Heiztagen die Differenz zu 20 °C summiert. buscosun summiert die Differenz zu 15 °C. Beide messen denselben Verlauf, aber auf unterschiedlichem Niveau; vergleichbar ist der Trend, nicht die Zahl.
Was ist die frostfreie Periode?
Die Tage zwischen dem letzten Frost im Frühjahr und dem ersten Frost im Herbst. buscosun bestimmt beide aus den Tagestiefstwerten, nutzt die Jahresmitte als Trennlinie und gibt das mittlere Datum des letzten Frühjahrsfrosts mit seiner Schwankung in Tagen an.