Regenradar im DACH-Raum: RADOLAN-RV, INCA und rzc erklärt
Die drei Länder liefern drei verschiedene Radarprodukte: Deutschland RADOLAN-RV mit Nowcast bis 2 Stunden in 5-Minuten-Schritten, Österreich INCA mit Nowcast bis 3 Stunden in 15-Minuten-Schritten, die Schweiz rzc als reine Analyse ohne Vorhersage. Alle drei haben 1 km Auflösung, unterscheiden sich aber in Gitter, Takt und Horizont — ein grenzüberschreitendes Radarbild muss sie Zelle für Zelle zusammensetzen.
Drei Länder, drei Produkte
- RADOLAN-RV (DWD): „Radar-Vorhersage". Alle fünf Minuten ein Paket mit 25 Frames von +0 bis +120 Minuten auf dem Gitter DE1200 (1 100 × 1 200 Zellen, 1 km, polarstereografisch). Frame 0 ist die Analyse; jede Zelle trägt den Niederschlag in 0,01 mm je 5 Minuten, also mm/h = Wert × 0,12. Offen unter CC BY 4.0.
- INCA (GeoSphere Austria): das alpine Nowcasting-System, 1 km, Update alle 15 Minuten, 12 Vorhersageframes von +0,25 bis +3 Stunden als ein NetCDF. Es verbindet Radar, Stationen und Modell und kennt das Gelände.
- rzc (MeteoSchweiz): die Radar-Regenrate „RR", 1 km alle 5 Minuten als ODIM-HDF5 — eine Analyse für „jetzt" und die Vergangenheit, ohne Vorhersage. Das Schweizer INCA-Nowcasting ist nicht als offenes Gitter publiziert.
Warum ein Radar-Nowcast nach zwei Stunden endet
Ein Radar-Nowcast verschiebt das aktuelle Bild mit dem geschätzten Bewegungsfeld (Advektion) — er weiß, wohin Regen zieht, aber nicht, wo neuer entsteht oder alter sich auflöst. Deshalb ist die Trefferquote in der ersten Stunde hoch und fällt danach steil ab; jenseits von zwei bis drei Stunden ist ein Wettermodell wie ICON-D2 besser. Im Gebirge ist das Radarbild zusätzlich lückenhaft: Berge schatten Strahlen ab, und in großer Höhe misst das Radar Schnee, der am Boden Regen ist. INCA gleicht das mit Stationen aus; RADOLAN und rzc nutzen eigene Korrekturen.
So zeigt es buscosun
Der Layer Niederschlag und das Regenradar rendern ein Komposit über DACH und wählen je Kartenzelle das fachlich richtige Produkt: RADOLAN-RV über Deutschland bis 2 Stunden, INCA über Österreich bis 3 Stunden, rzc über der Schweiz nur für „jetzt" (bis 30 Minuten), jenseits des jeweiligen Horizonts ICON-D2. So übermalt INCA nicht Süddeutschland und RADOLAN nicht Vorarlberg. Der Zeitregler endet am Horizont des geladenen Landesradars; die Punktabfrage nennt Quelle und Gültigkeit. Die 6-Stunden-Serie eines Ortes wird in 15-Minuten-Schritten aus Radar (bis 120 Minuten) und Punktforecast gebildet, mit einer Überblendung zwischen 90 und 150 Minuten; als nass gilt ab 0,1 mm/h, als kräftig ab 2,5 mm/h, als Starkregen ab 5 mm/h oder 15 mm Summe. Für Deutschland rechnet buscosun zusätzlich eine Regenwahrscheinlichkeit aus einem 15-Varianten-Ensemble (Horn-Schunck-Bewegungsfeld, fünf Tempo- mal drei Richtungsstörungen) für rund 60 Minuten — die Methodik Regenradar-Nowcast erklärt die Kalibrierung.
Häufige Fragen
Warum endet der Regler für die Schweiz bei „jetzt"?
Weil MeteoSchweiz das Nowcasting nicht als offenes Gitter veröffentlicht. Verfügbar ist die Radar-Regenrate rzc als Analyse; für die kommenden Stunden nutzt buscosun über der Schweiz das Modell ICON-D2 und sagt das an der Zeitachse.
Wie aktuell ist das Radarbild?
RADOLAN-RV und rzc erscheinen alle 5 Minuten, INCA alle 15 Minuten; hinzu kommt die Verarbeitungszeit beim Wetterdienst und der Abruf. Ein Bild ist deshalb typischerweise 5 bis 15 Minuten alt — buscosun zeigt den Messzeitpunkt, nicht die Abrufzeit.
Warum ist die Karte im Gebirge lückenhaft?
Radarstrahlen werden von Bergen abgeschattet und messen in großer Höhe. Täler hinter Kämmen bleiben blind, und Schnee in der Höhe erscheint als schwächeres Signal. INCA korrigiert mit Stationen; RADOLAN und rzc nutzen eigene Aufbereitungen, Restlücken bleiben.
Ist die Regenwahrscheinlichkeit auf buscosun kalibriert?
Für Deutschland ja: Der Anteil nasser Varianten im 15-Varianten-Ensemble wird isotonisch kalibriert, und eine Validierungsseite rechnet Brier Score und Reliability live gegen das beobachtete Radar nach. Für Österreich und die Schweiz gibt es diese Wahrscheinlichkeit nicht.