Wie das Regenradar von buscosun aus drei Landesradaren ein Nowcast macht
Das Regenradar von buscosun zeigt die gemessenen Landesradare als ein Komposit — RADOLAN-RV des DWD mit 25 Frames im 5-Minuten-Takt bis zwei Stunden, INCA von GeoSphere Austria mit 12 Frames im 15-Minuten-Takt bis drei Stunden, das MeteoSchweiz-Radar als Analyse — und leitet daraus eine Zellverfolgung mit Ankunftszeit, eine kalibrierte Regenwahrscheinlichkeit aus 15 Bewegungsvarianten und einen 6-Stunden-Nowcast im Viertelstundentakt ab. Am Radarhorizont endet die Radarschicht bewusst.
Die drei Quellen
| Land | Produkt | Frames | Horizont |
|---|---|---|---|
| Deutschland | DWD RADOLAN-RV (Analyse + amtliches Nowcast) | 25 × 5 min | jetzt bis +120 min |
| Österreich | GeoSphere INCA | 12 × 15 min | +15 bis +180 min (keine Analyse) |
| Schweiz | MeteoSchweiz rzc/RR | 1 | nur jetzt |
Jede Kartenzelle nimmt die Quelle des Landes, in dem sie liegt. Die gemessene Vergangenheit entsteht ohne Archiv-API aus einem Sitzungs-Cache; die Zeitleiste markiert den Bruch zwischen Messung und Vorhersage ausdrücklich. Seit dem 24. Juli 2026 verlängert buscosun den Radarhorizont nicht mehr mit Modellregen — die Modellhälfte wurde entfernt, weil sie die Verlässlichkeit der Messung verwässerte.
Regen, Schnee, Graupel, Hagel
Radar misst Reflektivität, keine Phase. buscosun leitet die Niederschlagsart aus der Geländehöhe gegen eine regionale Schneefallgrenze mit weichem Übergangsband ab; Graupel und Hagel sind ausdrücklich Heuristiken. Der Layer „Radarsicht" zeigt den Randsaum der Radarabdeckung als „eingeschränkte Sicht" — echte Abschattungs-Klimatologien liegen nicht vor, deshalb ist es ein Reichweiten-Abfall plus Kontext (Alpen vs. Flachland).
Zellverfolgung und Ankunftszeit
Aus dem gegröberten Radarbild werden zusammenhängende Zellen gebildet (Union-Find), per Block-Matching zwischen zwei Frames verschoben und daraus Geschwindigkeit in km/h, Zugrichtung und Trend bestimmt. Für den eigenen Standort ergibt sich eine Ankunftszeit in Minuten („Regen beginnt in 12 min"). Auf der 2D-Wetterkarte kommt für Deutschland stattdessen das amtliche Objektprodukt KONRAD3D zum Einsatz, das Zugbahn und Unsicherheitstrichter vom DWD selbst liefert.
Regenwahrscheinlichkeit aus 15 Varianten
Aus zwei RADOLAN-Frames im Abstand von fünf Minuten schätzt buscosun das Bewegungsfeld (Horn-Schunck) und schiebt das Bild intensitätserhaltend weiter (semi-Lagrange-Advektion). Ein Ensemble aus fünf Tempo-Skalen mal drei Richtungsstörungen ergibt 15 Varianten; der Anteil nasser Varianten je Zelle ist die Regenwahrscheinlichkeit, isotonisch kalibriert, damit 70 % auch 70 % bedeuten. Nur Deutschland, etwa 60 Minuten. Die Validierungsseite rechnet die Kalibrierung live gegen das beobachtete Radar nach (Brier Score, Reliability).
Der 6-Stunden-Nowcast am Punkt
Die Nowcast-Engine verbindet Radar (0–2 h) und den ICON-D2-Punktforecast (2–6 h) zu einer Viertelstunden-Serie über sechs Stunden, jede Stufe mit Quelle und Konfidenz. Im Alpenraum trennt sie Tal und Grat: Der Gratwert ist eine physikalische Hochrechnung über die Lapse-Rate und als Heuristik gekennzeichnet. Regen-Alarme (Gewitter/Hagel, gefrierender Regen, Starkregen) nutzen dieselben Intensitätsbänder wie die Karte, sind entprellt und auf etwa zwei Stunden Vorlauf gedeckelt — und funktionieren nur bei geöffneter App, weil buscosun keinen Server hat.
Grenzen
- Radar sieht Niederschlag in der Höhe; Verdunstung unterwegs und Radarschatten hinter Gebirgen verfälschen das Bodenbild.
- Verschieben kann kein Entstehen und kein Zerfallen von Zellen.
- Die Schweiz liefert keine Nowcast-Frames; dort endet die Zeitachse nach einer halben Stunde.
- buscosun gibt keine amtlichen Warnungen heraus; maßgeblich bleiben DWD, GeoSphere Austria und MeteoSchweiz.
Häufige Fragen
Warum endet das Regenradar nach zwei Stunden?
Weil dort das gemessene Radar-Nowcast endet. buscosun verlängert es bewusst nicht mit Modellregen; die Modellvorhersage steht getrennt im Punktforecast.
Woher weiß buscosun, ob es Schnee oder Regen ist?
Aus der Geländehöhe gegen eine regionale Schneefallgrenze mit Übergangsband — eine Ableitung, keine Radarmessung der Phase.
Gibt es die Regenwahrscheinlichkeit auch für Österreich?
Nein. Das Flow-Ensemble braucht Radarframes im 5-Minuten-Takt (RADOLAN) und ist auf Deutschland begrenzt.