Waldbrandwarnstufen: wer sie in Deutschland, Österreich und der Schweiz herausgibt

In Deutschland veröffentlicht der DWD den Waldbrandgefahrenindex in fünf Stufen (1 sehr gering bis 5 sehr hoch), in der Schweiz geben Bund und Kantone fünf Gefahrenstufen von „gering" bis „sehr gross" heraus. Österreich hat keine offene, landesweit einheitliche amtliche Stufe — dort informieren Bundesländer und Bezirke. buscosun gibt keine Warnstufen heraus, sondern verlinkt die amtlichen Quellen.

Deutschland: der Waldbrandgefahrenindex des DWD

Der Deutsche Wetterdienst berechnet täglich den Waldbrandgefahrenindex (WBI) und den Graslandfeuerindex (GLFI) für heute und die folgenden sechs Tage, jeweils in fünf Stufen: 1 sehr geringe, 2 geringe, 3 mittlere, 4 hohe und 5 sehr hohe Gefahr. Der Index basiert auf dem kanadischen Feuerwetter-System und wird für Stationen gerechnet — im offenen Datenangebot sind das 484 Einzeldateien, eine je Station, ohne offenes Raster. Die rechtlich wirksamen Maßnahmen (Betretungsverbote, Feuerverbote) sprechen die Bundesländer und Forstbehörden aus, nicht der DWD. Wer eine Warnung sucht, findet die amtliche Warnlage über das Portal warnung.bund.de.

Schweiz: fünf Gefahrenstufen von Bund und Kantonen

Das Bundesamt für Umwelt (BAFU) veröffentlicht mit den Kantonen die Waldbrandgefahr in fünf Stufen: 1 gering, 2 mässig, 3 erheblich, 4 gross, 5 sehr gross. Zuständig für Feuerverbote sind die Kantone; ihre Massnahmen stehen auf waldbrandgefahr.ch. Die Stufen liegen als offene Geodaten des Bundes vor (Lizenz „Opendata OPEN: Freie Nutzung"), die Regionen tragen jedoch kein Farbfeld — jede Farbe auf einer Karte ist eine Interpretation des Anbieters, nicht Teil der amtlichen Daten. Das BAFU publiziert typischerweise an Werktagen nach Mittag; am Wochenende kann ein Stand daher älter sein, ohne falsch zu sein.

Österreich: keine offene landesweite Stufe

Für Österreich existiert keine offene, bundesweit einheitliche amtliche Waldbrandgefahrenstufe. Die Bundesländer und Bezirkshauptmannschaften erlassen Waldbrandverordnungen und veröffentlichen sie auf eigenen Seiten; eine landesweite offene Einsatz- oder Gefahrenquelle mit klarer Lizenz gibt es nicht. GeoSphere Austria stellt amtliche Wetterwarnungen bereit (sieben Warntypen, drei Stufen), die zur Einordnung dienen können — Hitze- oder Gewitterwarnungen sind aber keine Waldbrandstufe und bestätigen keinen Brand. Genau diese Asymmetrie wird auf buscosun benannt statt kaschiert: Der EU-Index deckt alle drei Länder ab, die amtliche Stufe nur zwei.

So geht buscosun damit um

buscosun gibt keine Warnstufen heraus. Die Sicht Gefahrenindex zeigt den grenzüberschreitenden EU-Index (FWI) mit seiner Perzentil-Einordnung; ein früherer Layer „Amtliche Stufe" mit DWD-WBI und BAFU-Stufen wurde 2026 bewusst zurückgezogen, damit auf der Karte kein amtliches Produkt neben einem Modellwert steht, das anders gelesen werden könnte. Stattdessen führt jeder Brand-Steckbrief einen Deep-Link „Amtliche Warn-/Einsatzlage nachsehen" je Land. Amtlicher Warntext erscheint auf buscosun ausschließlich als wörtliches Zitat — nie zusammengefasst, nie verschärft, nie abgeschwächt. Satellitendetektionen unter aktive Brände gelten als unbestätigt, solange keine EFFIS-Kartierung oder Copernicus-EMS-Aktivierung im selben Satz steht; die Regeln erklärt die Methodik.

Häufige Fragen

Welche Waldbrandstufe gilt heute in meinem Landkreis?

Die amtliche Stufe für Deutschland veröffentlicht der DWD täglich für heute und sechs Folgetage; Verbote und Betretungsregeln sprechen die Länder aus. buscosun zeigt keine amtliche Stufe, sondern verlinkt die zuständige Quelle und den EU-Feuerwetterindex als Kontext.

Warum gibt es für Österreich keine Stufe auf der Karte?

Weil es keine offene, landesweit einheitliche amtliche Waldbrandgefahrenstufe gibt. Bundesländer und Bezirke informieren auf eigenen Seiten; eine Quelle ohne klare Lizenz wird auf buscosun nur verlinkt, nie ausgewertet — das ist eine Lücke der Datenlage, nicht der Umsetzung.

Ist die Waldbrandstufe dasselbe wie der Fire Weather Index?

Nein. Der DWD-Index und die Schweizer Stufen sind amtliche Produkte, die auch Vegetation, Region und Erfahrung einbeziehen. Der FWI ist ein reiner Feuerwetter-Modellwert aus der ECMWF-Vorhersage; er endet nicht an Grenzen, ist aber kein Warnprodukt.

Bedeutet Stufe 5 ein Feuerverbot?

Nicht automatisch. Verbote erlassen in Deutschland die Länder und Kommunen, in der Schweiz die Kantone, in Österreich die Bezirke. Die Stufe ist eine Gefahreneinschätzung; welche Maßnahme daraus folgt, steht in der jeweiligen Verordnung, die auf den amtlichen Seiten verlinkt ist.

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