Rund 39 Prozent aller Satellitendetektionen im DACH-Raum liegen nicht auf Vegetationsbränden, sondern auf Anlagen, die dauerhaft Wärme abstrahlen: Stahlwerke, Zementöfen, Raffinerien, Müllverbrennung, Fackeln. Diese Sicht zeigt sie als eigene Klasse mit Rauten auf der Karte und einem eigenen Reiter — 218 Standorte, aus sechseinhalb Jahren Archiv abgeleitet und mit Anlagenregistern verknüpft, damit ein Werk nicht als Brand gezählt wird und ein Brand neben einem Werk trotzdem sichtbar bleibt.
Die Liste entsteht aus dem Detektionsarchiv von Januar 2020 bis Mai 2026: Eine Rasterzelle gilt als persistent, wenn sie in mindestens zwei Jahren an mindestens fünf Tagen je Jahr gebrannt hat; Zellen, für die EFFIS eine Brandfläche kartiert hat, werden ausgeschlossen. Die verbleibenden Zellen werden zu Standorten zusammengefasst und im Umkreis von 1,5 Kilometern mit den Anlagenregistern verknüpft — E-PRTR der Europäischen Umweltagentur, Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur, Elektrizitätsproduktionsanlagen des Bundesamts für Energie. Häufigste Typen sind Zementwerke, Stahlwerke und Kraftwerke.
Wichtig ist der Gegentest: Eine Anlage, deren Signatur plötzlich wächst oder aus der bekannten Hülle heraustritt, wird nicht stillschweigend verworfen, sondern als Abweichung geführt und wie ein Brand behandelt. Klasse A sind benannte Anlagen, Klasse B unbenannte persistente Standorte, Klasse C reine Tagessignale ohne Anlagenbezug — bewusst nicht „Industrie" genannt, weil dahinter auch Felder oder Solarflächen stecken können. Standorte außerhalb der DACH-Grenzen bleiben in der Liste, weil das Detektionsfenster größer ist als die Region.
Hintergrund: Erklärung im Wetterwissen.
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