Nowcast: Regenvorhersage für die nächsten 6 Stunden
Der Nowcast liefert eine Niederschlagsvorhersage für die nächsten sechs Stunden im 15-Minuten-Raster: Radar-Extrapolation für die ersten rund zwei Stunden, danach ein gleitender, gekennzeichneter Übergang zum Modell. Bis zum Skill-Horizont nennt er minutengenaue Start- und Stoppzeiten von Schauern, ergänzt um Sturmzellen-Zugbahn und Blitze.
6-Stunden-Nowcast in buscosun öffnen →Auf einen Blick
- Sechs Stunden im 15-Minuten-Raster: Radar 0–2 h, danach gleitender Übergang zum ICON-D2-Punktforecast
- Minutengenaue Start- und Stoppzeiten bis zum Skill-Horizont von zwei Stunden — danach ausdrücklich nicht mehr
- Landesradare als ein Komposit: DWD RADOLAN-RV (5-Minuten-Takt), GeoSphere INCA (15 Minuten), MeteoSchweiz rzc
- Intensitätsbänder von leicht bis sehr stark, dazu Niederschlagsart und Tal/Grat-Trennung im Alpenraum
- Zellverfolgung mit Zugrichtung, Tempo und Ankunftszeit; für Deutschland die amtliche KONRAD3D-Spur
- Aktualisierung alle 15 Minuten, mit sichtbarem Datenalter statt stillem „jetzt"
So geht's
- Ort wählen. Der Nowcast rechnet für einen Punkt und nimmt dafür das Radarprodukt des Landes, in dem der Punkt liegt.
- Die Kernaussage lesen. Oben steht, ob es gerade regnet, wann der nächste Schauer einsetzt und wie lange das nächste trockene Fenster dauert — mit Intensitätsband und Charakter des Niederschlags.
- Den Zeitstrahl schieben. Sechs Stunden im Viertelstundentakt, jede Stufe mit Quelle und Konfidenz. Eine Marke zeigt den Skill-Horizont bei zwei Stunden: davor gemessenes und extrapoliertes Radar, dahinter gleitend das Modell.
- Zellen verfolgen. Aus dem gegröberten Radarbild werden zusammenhängende Zellen gebildet, per Block-Matching zwischen zwei Frames verschoben und daraus Tempo, Zugrichtung und Trend bestimmt — daraus wird die Ankunftszeit am eigenen Standort.
- Auf die Fläche wechseln. Die Niederschlagskarte zeigt dieselbe Messung als Fläche, Zellbahnen die amtliche Zugbahn mit Unsicherheitstrichter und Blitze die Einschläge der letzten Stunde.
Drei Landesradare, ein Bild
Deutschland liefert mit RADOLAN-RV Analyse und amtliches Nowcast im 5-Minuten-Takt bis +120 Minuten. Österreich liefert mit INCA Viertelstundenschritte bis +180 Minuten, aber keine Analyse. Die Schweiz liefert mit dem rzc-Produkt nur den aktuellen Stand. Jede Kartenzelle nimmt die Quelle ihres Landes — die Zeitachse endet deshalb je nach Land unterschiedlich, und genau das steht auch dort.
Radar misst Reflektivität, nicht die Phase. Ob Regen, Schneeregen, Schnee oder gefrierender Regen fällt, leitet buscosun aus der Geländehöhe gegen eine regionale Schneefallgrenze mit weichem Übergangsband ab. Im Alpenraum trennt der Nowcast ab 700 Metern Ortshöhe zusätzlich Tal und Grat und kennzeichnet den Gratwert als physikalische Hochrechnung. Auf der Wetterkarte selbst zeigt die Niederschlagsfläche bewusst nur die gemessene Radarhälfte bis zum jeweiligen Landeshorizont — die Modellhälfte wurde entfernt, weil sie die Verlässlichkeit der Messung verwässerte. Die Details stehen unter Methodik: Regenradar & Nowcast.
Was das Werkzeug nicht kann
Verschieben kann kein Entstehen und kein Zerfallen: Eine Extrapolation bewegt das vorhandene Bild weiter, sie erfindet keine neue Zelle. Genau deshalb endet die minutengenaue Aussage am Skill-Horizont — jenseits von rund zwei Stunden nennt buscosun keine Start- und Stoppzeiten mehr, und eine kurze Regenphase markiert nicht den ganzen Zeitraum als „Regen".
Radar sieht den Niederschlag zudem in der Höhe: Verdunstung auf dem Weg nach unten und Radarschatten hinter Bergrücken verfälschen das Bodenbild. Für die Schweiz gibt es keine Nowcast-Frames, dort endet die Zeitachse nach einer halben Stunde. Vergangene Frames entstehen ohne Archiv-Schnittstelle aus einem Sitzungs-Cache — wer die App gerade erst öffnet, sieht deshalb noch keine lange Vorgeschichte. Alarme funktionieren nur bei geöffneter App, weil buscosun keinen Server betreibt. Und es bleibt dabei: buscosun gibt keine amtlichen Warnungen heraus.
Häufige Fragen
Wie weit reicht der Nowcast?
Sechs Stunden im 15-Minuten-Raster. Die ersten rund zwei Stunden stammen aus Radar-Extrapolation mit minutengenauen Start- und Stoppzeiten; danach übernimmt gleitend der ICON-D2-Punktforecast. Sturmzellen-Zugbahn und Blitze werden mitgeführt.
Warum endet das Regenradar in der Fläche nach zwei Stunden?
Weil dort das gemessene amtliche Radar-Nowcast endet. In Österreich reicht INCA bis drei Stunden, in der Schweiz gibt es nur den aktuellen Stand. buscosun verlängert die Fläche bewusst nicht mit Modellregen, damit Messung und Modell unterscheidbar bleiben.
Woher weiß buscosun, ob es Schnee oder Regen ist?
Aus der Geländehöhe gegen eine regionale Schneefallgrenze mit weichem Übergangsband — eine Ableitung, keine Radarmessung. Radar misst nur Reflektivität und kennt die Niederschlagsphase nicht; Graupel und Hagel sind ausdrücklich Heuristiken.