Wie der Gletscher-Monitor von buscosun zu seinen Zahlen kommt

Der Gletscher-Monitor von buscosun trennt vier Arten von Zahlen: Inventarflächen und Messreihen aus Fachdatensätzen, Szenenwerte aus Sentinel-2-Bildern, einen Schmelzindex aus Wettermodellen und zitierte amtliche Angaben. Jede Zahl trägt ihr Zeichen. Zwei vorab festgelegte Abnahmen sind nicht bestanden: Die Schneegrenze trifft die gemessene Gleichgewichtslinie nicht genau genug, und der Schmelzindex hat keine Eichung in Millimetern. Beides steht deshalb ohne diesen Anspruch da.

Stand: 2026-09-05 · Alle Zahlen stammen aus dem Quellcode von buscosun (Konstanten und Schwellen), nicht aus Marketingtexten.

Inventare und Reihen

Die rund 2 200 Gletscher stammen aus dem österreichischen Inventar AGI 5 und GI4 (PANGAEA, CC BY), für die Schweiz aus der GLIMS Glacier Database (NSIDC-0272, doi:10.7265/N5V98602), deren Bedingung die Quellenangabe ist, und aus RGI 6.2. Längen- und Massenreihen liefert der Fluctuations-of-Glaciers-Datensatz des WGMS (Open Access, entspricht laut WGMS CC BY 4.0), für Österreich außerdem der Messdienst des Alpenvereins. Dass die Schweizer Reihen über das WGMS laufen, macht sie kürzer als bei GLAMOS: 120 statt 155 Längenreihen und 38 statt 41 Massenreihen. An jeder Fläche steht das Bezugsjahr.

Satellitenwerte

Zweimal täglich sucht der Job neue Sentinel-2-Szenen. Eine Szene zählt je Gletscher nur mit genügend klarer Sicht. Werte außerhalb der Höhenspanne des Gletschers oder eine Albedo außerhalb von 0,02 bis 0,98 gehen in die Quarantäne, anstatt angezeigt zu werden. Die höchste belastbare Schneegrenze einer Szene ist ein Szenenwert. Gegen die gemessene Gleichgewichtslinie lag der Median-Abstand bei 282 Metern und damit über der vorab festgelegten Grenze von 150 Metern, und im direkten Vergleich war die Klimatologie besser (164 gegen 261 Meter). Die Abnahme ist also rot. Im Betrieb vom 11. bis 31. Oktober 2026 gab es in 138 Szenen keine Quarantäne wegen Höhe oder Albedo; verworfen wurden Werte wegen Wolken. Sprünge von mehreren hundert Metern zwischen zwei Szenen kommen vor, nach Schneefall auch zu Recht, und lassen sich nicht einzeln beurteilen. Blaueisgletscher ohne geeignete Szenen zeigen keine Satellitenzahl.

Schmelzindex

Der Index wird alle drei Stunden aus Wettermodelldaten berechnet und steht als Zahl von 0 bis 100. Seine Eichung auf Millimeter Sommerbilanz hat die Abnahme nicht bestanden: Der mittlere absolute Fehler lag bei rund 0,6 Meter Wasseräquivalent, erlaubt waren 0,3. Darum trägt er keine Einheit. Eine neue Eichung ist frühestens nach dem Sommer 2027 mit einem neu festgelegten Protokoll vorgesehen.

Amtliche Angaben

Für die vier deutschen Gletscher zitiert die Seite die Angaben der Bayerischen Akademie der Wissenschaften mit Datum und Link, ohne eine eigene Satellitenzahl daneben. Jahresberichte von GLAMOS und dem Alpenverein werden verlinkt und nicht nachgebildet.

Grenzen

Häufige Fragen

Warum zeigt buscosun Zahlen, deren Abnahme rot ist?

Weil sie als das bezeichnet werden, was sie sind: ein Szenenwert mit Datum und ein Index ohne Einheit. Die Abnahme entscheidet, welchen Anspruch die Zahl tragen darf, und die strengere Aussage entfällt.

Welche Lizenz haben die Schweizer Umrisse?

Sie kommen aus der GLIMS Glacier Database. NSIDC verlangt die Angabe des Datensatzes als Bedingung der Nutzung. Eine ausdrückliche CC-BY-Angabe haben wir an der Datensatzseite nicht gefunden, deshalb nennt buscosun hier die Zitierpflicht.

Wie oft ändern sich die Zahlen?

Inventare selten, Szenen bei klarem Himmel, der Schmelzindex alle drei Stunden. Jede Zahl trägt ihr Datum.

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