Arbeitsfenster: Go/No-Go für Böen auf Arbeitshöhe
Das Arbeitsfenster prüft, ob die Böen auf einer frei wählbaren Arbeits- oder Flughöhe einen Grenzwert überschreiten, und liefert über die nächsten 36 Stunden einen eindeutigen Go/No-Go-Status mit Zeitfenstern. Ein Höhenfaktor rechnet die Bodenböen auf die Arbeitshöhe hoch — entscheidend sind die Böenspitzen auf Höhe, nicht der Mittelwind am Boden. Gedacht für wetterabhängige Vorhaben wie Drohnenflug, Kran- oder Höhenarbeit und Event-Aufbau.
Arbeitsfenster (Go/No-Go) in buscosun öffnen →Auf einen Blick
- Böen-Grenzwert auf frei wählbarer Arbeitshöhe über Grund (Voreinstellung 120 m, 40 km/h)
- GO/NO-GO-Zeitleiste im 15-Minuten-Raster über 36 bis 48 Stunden, mit benannten No-Go-Fenstern
- Höhenfaktor: um wie viel stärker es oben weht als auf zehn Metern
- Eigene Zusatz-Grenzwerte je Gewerk, gespeichert im Browser statt auf einem Server
- Datenbasis ICON-D2 (DWD) am Boden, ICON-EU-Profil für die Höhe
- Für Drohnenflug, Kran- und Höhenarbeit, Gerüstbau und Event-Aufbau
So geht's
- Ort und Schnittlinie setzen. Das Arbeitsfenster sitzt im Vertikalschnitt der Atmosphäre: Eine auf die Karte gezogene Linie legt fest, welches Gelände betrachtet wird. Gerechnet wird am exponiertesten Punkt der Linie, also am höchsten Geländeanker — nicht am geschütztesten.
- Arbeitshöhe eingeben. Die Höhe über Grund in Metern: die Flughöhe der Drohne, die Hakenhöhe des Krans, die Arbeitsebene am Gerüst. Voreingestellt sind 120 Meter.
- Grenzwert setzen. Die Böengeschwindigkeit in Kilometern pro Stunde, ab der nicht mehr gearbeitet wird. Voreingestellt sind 40 km/h; der Wert kommt aus der Betriebsanleitung des Geräts oder der eigenen Betriebsanweisung, nicht aus dieser App.
- Zeitleiste ablesen. Über 36 bis 48 Stunden entsteht im 15-Minuten-Raster eine GO/NO-GO-Bahn: der Status jetzt, die höchste Böe im Zeitraum und jedes Fenster, in dem der Grenzwert gerissen wird — mit Anfang, Ende und Spitzenwert.
- Höhenfaktor prüfen. Daneben steht, um wie viel stärker es auf Arbeitshöhe weht als am Boden. Bei 120 Metern ist das ein spürbarer Aufschlag gegenüber dem 10-Meter-Wert, den gewöhnliche Wetter-Apps zeigen.
- Eigene Grenzwerte anlegen. Mehrere Gewerke, mehrere Schwellen: zusätzliche Grenzwerte bleiben im Browser gespeichert, nicht auf einem Server.
Wie die Böe auf Arbeitshöhe entsteht
Wettermodelle liefern die Böe auf zehn Metern über Grund. Zwischen dieser Höhe und einer Arbeitsebene in 40, 80 oder 150 Metern liegt die bodennahe Reibungsschicht, in der der Wind mit der Höhe zunimmt. buscosun rechnet den Bodenwert über ein Potenzprofil der Grenzschicht mit dem Exponenten 0,2 hoch; der Zuwachs läuft bis rund 1 500 Meter über Grund und sättigt darüber. Datenbasis ist die Böenvorhersage von ICON-D2 (DWD, 2,2 km Gitterweite) am Boden, ergänzt um das ICON-EU-Profil für die Höhe.
Bewertet wird nicht der Mittelwind, sondern die Böenspitze — sie kippt Lasten, nicht der Stundenmittelwert. Zu jedem 15-Minuten-Schritt wird geprüft, ob die hochgerechnete Böe über dem Grenzwert liegt; zusammenhängende Überschreitungen werden zu einem NO-GO-Fenster gebündelt. Der Höhenfaktor ist schlicht das Verhältnis der Böe auf Arbeitshöhe zur Böe auf zehn Metern zum Startzeitpunkt.
Was das Werkzeug nicht kann
- Es misst nicht. Der Wert auf Arbeitshöhe ist eine Hochrechnung aus einem Modellwert am Boden über ein idealisiertes Profil — kein Anemometer am Ausleger. Wer ein Messgerät am Gerät hat, dem gilt dessen Wert.
- Es kennt die Baustelle nicht. Gebäude, Hallenschluchten, Kanten und Bewuchs erzeugen Turbulenz und Düsen, die ein Gitter von 2,2 Kilometern nicht auflöst. Strukturen unter 200 Metern Ausdehnung bleiben im Modellprofil unsichtbar.
- Es ist kein Arbeitsschutz-Nachweis. Maßgeblich sind Betriebsanleitung, Herstellergrenzwerte, Gefährdungsbeurteilung und die Regeln der Berufsgenossenschaft. Die Zeitleiste ist eine Planungshilfe für die Frage, wann es sich überhaupt lohnt anzurücken.
- Es warnt nicht amtlich. Sturm- und Gewitterwarnungen geben ausschließlich die Wetterdienste heraus — DWD, GeoSphere Austria, MeteoSchweiz. buscosun zeigt sie im Original, formuliert sie aber nicht um und erzeugt keine eigenen.
- Es kennt keinen Luftraum. Für den Drohnenflug sagt es nichts über Sperrgebiete, Flugverbotszonen oder Genehmigungen; dafür gibt es die Dienste der Luftfahrtbehörden.
- Es sieht keine Vereisung und keine Sicht in Metern. Nebel, Vereisungsgefahr am Rotor und Sichtweiten sind nicht Teil der Auswertung.
Häufige Fragen
Wie funktioniert das Arbeitsfenster?
Du gibst eine Arbeits- oder Flughöhe über Grund und einen Böen-Grenzwert vor. buscosun rechnet die prognostizierten Bodenböen über ein Grenzschichtprofil auf diese Höhe hoch und meldet im 15-Minuten-Raster über 36 bis 48 Stunden, wann der Grenzwert überschritten wird — als GO/NO-GO-Bahn mit benannten Fenstern.
Warum reicht die normale Böenvorhersage nicht?
Weil sie für zehn Meter über Grund gilt. In 120 Metern Arbeitshöhe weht es deutlich stärker; genau diese Differenz macht der Höhenfaktor sichtbar. Wer den Bodenwert gegen den eigenen Grenzwert hält, unterschätzt die Belastung oben systematisch.
Ersetzt das Arbeitsfenster die Freigabe für Kran- oder Drohnenarbeit?
Nein. Es ist eine Planungshilfe und kein zertifiziertes Arbeitsschutz-Werkzeug. Verbindlich bleiben die Betriebsanleitung des Geräts, die Gefährdungsbeurteilung, die Regeln der Berufsgenossenschaft beziehungsweise der Luftfahrtbehörde und die amtlichen Warnungen der Wetterdienste.