Lichtverschmutzung: die Bortle-Skala und der dunkle Himmel im DACH-Raum

Die Bortle-Skala teilt die Himmelsqualität in neun Klassen von 1 (exzellent dunkel, Milchstraße wirft Schatten) bis 9 (innerstädtisch, nur helle Sterne sichtbar). Lichtverschmutzung entsteht durch nach oben gestreutes Kunstlicht; die Lichtkuppel einer Großstadt reicht dutzende Kilometer weit. In Mitteleuropa sind Klasse 1 und 2 praktisch nur noch in Alpentälern und Mittelgebirgen erreichbar.

Die neun Klassen nach Bortle

John Bortle veröffentlichte die Skala 2001, um Beobachtungsorte vergleichbar zu machen. Grob gilt: Klasse 1–2 exzellent dunkel, die Milchstraße zeigt Struktur bis zum Horizont; Klasse 3 ländlich dunkel mit schwacher Aufhellung am Horizont; Klasse 4 ländlicher Übergang, Lichtkuppeln sichtbar; Klasse 5 Vorstadt, Milchstraße blass; Klasse 6–7 Stadtrand, nur helle Objekte, Mond und Planeten lohnen; Klasse 8–9 innerstädtisch. Die Skala ist visuell und subjektiv — sie beschreibt, was ein geübtes Auge sieht, nicht eine physikalische Leuchtdichte. Für Messwerte nutzt man das Sky Quality Meter (mag/arcsec²) oder den Weltatlas der künstlichen Himmelshelligkeit von Falchi et al. (2016).

Wo es im DACH-Raum noch dunkel ist

Das Rheinland, das Ruhrgebiet, der Großraum Wien und das Schweizer Mittelland gehören zu den am stärksten aufgehellten Regionen Europas. Dunkle Inseln bleiben die Alpen (Engadin, Ötztal, Gasteinertal), die Mittelgebirge (Rhön, Eifel, Westhavelland, Harz) und Teile Mecklenburgs und Brandenburgs. Mehrere dieser Gebiete sind als Sternenparks anerkannt. Entscheidend ist neben der Entfernung zur nächsten Stadt der Horizont: Eine Stadt 40 km entfernt stört tief im Norden, nicht im Zenit.

So schätzt es buscosun — ehrlich als Näherung

buscosun hat keinen Satellitenatlas der Lichtverschmutzung eingebunden. Die Bortle-Angabe in der Eventplanung (Anlass Sterne) ist eine Offline-Schätzung: Aus einer kuratierten Liste von 35 Großstädten in Deutschland, Österreich und der Schweiz mit Einwohnerzahlen wird die Aufhellung als Summe von Einwohner geteilt durch (Distanz + 4 km) hoch 2,5 gerechnet und logarithmisch auf die Klassen 1 bis 9 abgebildet — kalibriert so, dass ein Großstadtkern etwa 8, rund 30 km Abstand etwa 3–4 und abgelegene Lagen etwa 2 ergeben. Das trennt dunkle von aufgehellten Standorten, ersetzt aber keine Messung; Kleinstädte, Gewerbegebiete und Skigebiete fehlen dem Modell.

Die Nachtbewertung kombiniert das mit dem Wetter: Fenster der astronomischen Dunkelheit (Sonne unter −18°), Bewölkung in drei Schichten zwischen 21 und 6 Uhr, Mondstörung als Beleuchtungsgrad mal Anteil der Nacht über dem Horizont und das Taurisiko für Optik. Der Nacht-Score ist das Produkt aus Wolkenqualität, Mondfaktor und Taufaktor; Sommernächte ohne astronomische Dunkelheit werden als solche benannt. Orte wie Brocken, Obergurgl oder Scuol haben eigene Ortsseiten mit Nachtwerten.

Häufige Fragen

Woher kommt die Bortle-Klasse auf buscosun?

Aus einer Offline-Schätzung nach Entfernung und Größe der nächsten Großstädte — bewusst grob, um dunkle von aufgehellten Standorten zu unterscheiden. Sie basiert nicht auf Satellitenmessungen der Himmelshelligkeit und kann lokal um ein bis zwei Klassen abweichen.

Ab welcher Bortle-Klasse sieht man die Milchstraße?

Deutlich sichtbar ist die Milchstraße bis etwa Klasse 4, blass noch in Klasse 5. Ab Klasse 6 bleiben im Wesentlichen helle Sterne, Planeten und der Mond. Für Deep-Sky-Fotografie lohnt sich die Fahrt in Klasse 3 oder dunkler.

Wann ist es astronomisch dunkel?

Wenn die Sonne mehr als 18 Grad unter dem Horizont steht. Im mitteleuropäischen Hochsommer wird dieser Wert nördlich von etwa 48 Grad Breite nachts nicht mehr erreicht; buscosun weist solche Nächte als „ohne astronomische Dunkelheit" aus.

Stört der Mond mehr als Lichtverschmutzung?

Um Vollmond ja: Ein heller Mond über dem Horizont hellt den Himmel großflächig auf wie eine Vorstadtlage. buscosun rechnet die Mondstörung aus Beleuchtungsgrad und Anteil der Nacht über dem Horizont und senkt den Nacht-Score um bis zu 70 Prozent.

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Quellen