Wie die Ortsseiten entstehen: Quellen, Rechenwege und Grenzen
Die Zahlen auf einer Ortsseite sind Normalwerte 1991–2020 aus amtlichen 1-km-Rastern (Deutschland: DWD, Österreich: GeoSphere Austria SPARTACUS), für die Schweiz eine Schätzung aus Stationsdaten. Dazu kommen die Höhenverteilung im 10-km-Umkreis aus Terrarium-Kacheln und astronomisch berechnete Sonnenzeiten. Jeder Satz leitet sich aus diesen Daten ab; was fehlt, steht nicht auf der Seite.
Woher die Klimazahlen kommen
| Land | Quelle | Auflösung | Größen | Lizenz |
|---|---|---|---|---|
| Deutschland | DWD Klimaraster grids_germany/multi_annual, Mittel 1991–2020 | 1 km | je Monat Höchst- und Tiefsttemperatur, Niederschlag, Sonnenscheindauer; je Jahr Frost-, Eis-, Sommer-, Heiße Tage und Tage mit Schneedecke | GeoNutzV, Quelle: Deutscher Wetterdienst |
| Österreich | GeoSphere Austria SPARTACUS v2, Tageswerte; Normalperiode 1991–2020 von buscosun gemittelt | 1 km | dieselben Größen aus Tageswerten, zusätzlich Regentage (mindestens 1 mm); keine Schneedecke | CC BY 4.0, Quelle: GeoSphere Austria |
| Schweiz | Stationsdaten (DWD-Messungen über Meteostat, 1995–2024), drei nächste Stationen entfernungsgewichtet | Stationsabstand | Höchst- und Tiefsttemperatur, Anteil der Regentage; keine Mengen, keine Sonnenscheindauer | siehe Quellen & Lizenzen |
Für die Schweiz stellt MeteoSchweiz Raster und Normwerte unter CC-BY bereit. Im Katalog waren zum Zeitpunkt der Erstellung (31. Oktober 2026) für 1991–2020 aber keine abrufbaren Dateien aufgeführt; deshalb bleibt die Schweiz vorerst bei den Stationsdaten.
Vom Raster zum Ortswert
- Deutschland: Die Koordinate des Ortes wird in das Gitter des DWD (Gauß-Krüger, Streifen 3) umgerechnet und zwischen den vier umliegenden Zellmittelpunkten bilinear interpoliert.
- Österreich: Aus den ein bis vier Rasterzellen um den Ort wird ein entfernungsgewichtetes Mittel gebildet. Frosttage zählen Tage mit Tiefstwert unter 0 °C, Eistage Tage mit Höchstwert unter 0 °C, Sommertage Höchstwert ab 25 °C, heiße Tage ab 30 °C — dieselben Schwellen wie beim DWD.
- Eine Zelle ist ein Gebietsmittel. Im Gebirge liegt die mittlere Höhe einer 1-km-Zelle oft deutlich unter oder über der Höhe des Ortes; die Ortsseite nennt beide Höhen. Straßenzüge, Hinterhöfe und einzelne Hänge innerhalb der Zelle können abweichen.
- Klima ist keine Vorhersage. Die Tabellen zeigen, was im Mittel von 30 Jahren zu erwarten war — nicht, was an einem bestimmten Tag passiert.
Ortsliste und Quellenvermerk GeoNames
Die 500 Orte der zweiten Welle und 60 Kreis-, Bezirks- und Kantonsstädte der ersten Liste (Stufe 2) wurden aus dem Ortsverzeichnis GeoNames ausgewählt (Name, Koordinate, Einwohnerzahl, Verwaltungseinheit). GeoNames steht unter der Lizenz Creative Commons Namensnennung 4.0 (CC BY 4.0). buscosun hat die Daten verändert: Die Orte wurden nach Einwohnerzahl, Tourismusbedeutung und Mindestabstand zu bestehenden Orten gefiltert, Namen und Regionen zum Teil bereinigt und Höhen aus dem Geländemodell ergänzt. Die Auswahlregeln stehen im Quellcode (scripts/seo/select-new-places.mjs). GeoNames übernimmt keine Gewähr für die Daten.
Geländelage und Seen
- Höhenverteilung: Aus den Terrarium-Höhenkacheln (Mapzen/AWS, rund 105 m je Pixel) wird die Höhenverteilung im Umkreis von 10 km um den Ort gebildet. Der Rang der Ortshöhe darin bestimmt die Lage: bis 20 % „Tal- oder Beckenlage“, ab 80 % „Höhen- oder Kuppenlage“, dazwischen „Hanglage“. Unterscheiden sich die mittleren 80 % des Geländes um weniger als 100 m, gilt der Ort als „flaches Gelände“.
- Seen: Aus Natural Earth (gemeinfrei) berücksichtigt buscosun eine geprüfte Liste größerer Seen und nennt die Entfernung zum Ufer bis 8 km. Fehlt ein See in dieser Liste, sagt die Seite nichts — ein fehlender Eintrag heißt nicht, dass es keinen See gibt.
- Kaltluft und Nebel: Das Klimaraster bildet Kaltluftseen, Inversionen und Nebelneigung nicht gesondert ab. Die Seite behauptet sie deshalb nicht.
Sonnenzeiten
- Berechnet wird die Sonnenhöhe minutengenau für den 15. des Monats (Referenzjahr 2026) in mitteleuropäischer Zeit mit Sommerzeit; von Jahr zu Jahr verschieben sich die Zeiten um wenige Minuten.
- Auf- und Untergang gelten bei −0,833° Sonnenhöhe (Standard-Refraktion). Die goldene Stunde am Abend beginnt bei 6° Sonnenhöhe und endet bei −4°; daran schließt die blaue Stunde bis −6° an.
- Nicht berücksichtigt ist die Abschattung durch Berge. In einem engen Tal verschwindet die Sonne früher hinter dem Grat; die Event-Planung rechnet diese Verdeckung für kommende Tage aus dem Geländemodell.
Wann ein Vergleich mit einem Nachbarort erscheint
Ein Satz wie „Im Jahresmittel ist es in X um 1,4 K kälter als in Y“ erscheint nur, wenn alle Bedingungen erfüllt sind: Y liegt höchstens 25 km entfernt und mindestens 150 m höher oder tiefer; der Unterschied beträgt mindestens 1 K bei der Jahrestemperatur, 10 % beim Jahresniederschlag oder 15 Frosttage; und die Richtung passt zur Höhe (höher gelegene Orte sind kälter, niederschlagsreicher und frostreicher). Alles andere bleibt ungesagt, weil Unterschiede zwischen nahen Rasterzellen sonst Rechenartefakte wären.
Wann eine Ortsseite einen Modul-Abschnitt bekommt
- Küste und Seewetter: ein Seewetter-Spot an Nord- oder Ostsee (kein reiner Revier-Spot) höchstens 20 km vom Ort; ein BSH-Pegel höchstens 20 km.
- Autobahn: ein Autobahn-Korridor höchstens 10 km und eine Glättemeldeanlage des DWD höchstens 15 km vom Ort (nur Deutschland).
- Gletscher: Gletscher ab 0,5 km² Fläche höchstens 30 km vom Ort.
- Ein Abschnitt erscheint außerdem nur, wenn die verlinkte Seite öffentlich ist und von Suchmaschinen indexiert werden darf.
Grenzen, die für alle Ortsseiten gelten
- Radar (Deutschland): Das gemessene Niederschlagsbild reicht bis zwei Stunden voraus (RADOLAN-RV). Danach beginnt Modellvorhersage, kein gemessener Regen mehr.
- Radar (Österreich): INCA von GeoSphere Austria liefert bis drei Stunden voraus, danach beginnt Modellvorhersage.
- Radar (Schweiz): Das Schweizer Radarbild (rzc) zeigt die Gegenwart, aber keine eigene Vorhersage.
- Warnungen: Amtliche Warnungen werden wörtlich zitiert, nie umformuliert. Für Deutschland kommen sie vom DWD, für die Schweiz von MeteoSchweiz über MeteoAlarm; für Österreich zeigt buscosun keine amtlichen Warnflächen — die Lücke wird nicht durch Stufen anderer Länder ersetzt. Maßgeblich ist GeoSphere Austria. buscosun gibt keine amtlichen Warnungen heraus; maßgeblich bleiben DWD, GeoSphere Austria und MeteoSchweiz.
- Pollen und UV: Amtlich nur für Deutschland (DWD-Pollenflug-Gefahrenindex, UV-Tageshöchstwert). Für Österreich und die Schweiz wird UV per Klarhimmel-Modell geschätzt, Pollen sind nur als ausdrücklich zugeschaltete CAMS-Schätzung verfügbar.
- Lawinen: buscosun modelliert keine Lawinengefahr, sondern verlinkt den amtlichen Lagebericht (SLF, lawinen.report, Lawinenwarndienst Bayern).
- Nicht Teil der Ortsseiten: Wassertemperatur, Badegewässerqualität und Straßenzustand — dafür sind Landesportale und Gesundheitsämter zuständig.
Häufige Fragen
Warum zeigt die Ortsseite andere Werte als die Station im Ort?
Die Seite zeigt Mittel über eine Rasterzelle von etwa 1 km und 30 Jahre (1991–2020), eine Station misst an einem Punkt. Stadtwärme, Hangneigung und die Lage der Station verschieben die Werte um einige Zehntel Grad.
Warum steht bei manchen Orten kein Vergleich mit Nachbarorten?
Weil Unterschiede nur genannt werden, wenn die Höhe sie erklärt: mindestens 150 m Höhenunterschied und ein Unterschied über der Schwelle.
Warum fehlen für Schweizer Orte Niederschlagsmengen und Sonnenscheindauer?
Für die Schweiz liegen buscosun derzeit nur Stationsdaten für Temperatur und Regentage vor; Mengen und Sonnenscheindauer werden ergänzt, sobald MeteoSchweiz die Normalwerte als Raster abrufbar bereitstellt.