Wie buscosun die Temperatur auf das echte Gelände umrechnet

buscosun korrigiert die 2-Meter-Temperatur des Modells ICON-D2 an jedem Bildpunkt auf die tatsächliche Geländehöhe: Das Modell rechnet auf einer geglätteten 2,2-km-Oberfläche, ein digitales Geländemodell mit etwa 30 Metern Auflösung liefert die echte Höhe, und die Differenz wird mit einer Lapse-Rate von 6,5 K je Kilometer umgerechnet. Im Punktforecast wird die Lapse-Rate zusätzlich aus den umliegenden Stationen geschätzt, statt fest angenommen.

Stand: 2026-09-05 · Alle Zahlen stammen aus dem Quellcode von buscosun (Konstanten und Schwellen), nicht aus Marketingtexten.

Das Problem

Ein Wettermodell wie ICON-D2 des DWD rechnet auf einem Gitter von 2,2 km. Seine Modelloberfläche ist eine geglättete Landschaft: Ein 2 500 m hoher Gipfel und das 700 m tiefe Tal daneben teilen sich womöglich eine Gitterzelle auf 1 400 m. Die Modelltemperatur gilt für diese Zwischenhöhe — für den Gipfel ist sie zu warm, für das Tal zu kalt. Genau das ist der Grund, warum Wetter-Apps im Gebirge so oft daneben liegen.

Die Korrektur auf der Karte

Die Temperaturkarte legt unter jedes Modellpixel ein digitales Geländemodell (Mapzen/AWS Terrarium, rund 30 m Auflösung im DACH-Raum). Die Modellhöhe (Feld hsurf) steckt als Grünkanal in derselben Textur wie die Temperatur; der Grafik-Shader rechnet je Bildpunkt T_korr = T_modell − γ · (h_gelände − h_modell) mit γ = 6,5 K/km. Die Stadt-Labels auf der Karte werden mit exakt derselben Arithmetik berechnet — was am Label steht, ist der Wert der Fläche darunter, kein separater Punktwert.

Dieselbe Idee steckt in der Schneefallgrenze (Null-Linie von T_korr − T50 im Gelände), im Tal/Grat-Nowcast des Regenradars und in der Wolkenkomposition, die die Stockwerke höhenbewusst übereinanderlegt.

Die Korrektur im Punktforecast

Für einen einzelnen Ort geht buscosun einen Schritt weiter: Aus dem Satz der nächsten Messstationen (DWD, TAWES, SMN) wird die Lapse-Rate per Regression geschätzt — sie schwankt real zwischen etwa 3 und 10 K/km je nach Wetterlage. Liefert der Stationssatz keine belastbare Steigung, greift der Standardwert 0,0065 K/m. Die Tourenplanung bündelt ihre Wetterpunkte deshalb nicht nur räumlich (6, 10 oder 14 km je Gelände), sondern zusätzlich in Höhenbändern von 300 m — ohne diese Bänderung lagen Talwerte im Test bis zu 4 °C zu kalt.

Grenzen

Häufige Fragen

Welche Lapse-Rate nutzt buscosun?

Auf der Karte fest 6,5 K je Kilometer; im Punktforecast eine aus den umliegenden Stationen geschätzte Rate mit 6,5 K/km als Rückfall.

Woher kommt das Geländemodell?

Aus den Terrarium-Höhenkacheln von Mapzen/AWS (Open Data), rund 30 m Auflösung in DACH.

Warum zeigt die Karte im Tal trotzdem manchmal zu warm?

Bei Inversionen ist die Luft im Tal kälter als in der Höhe; eine Lapse-Rate kann das nicht abbilden. Die Atmosphäre-Ansicht zeigt solche Lagen.

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