Hochjochferner

Hochjochferner (Inventarname „Hochjoch Ferner“) ist ein Gletscher in Österreich, Region Ötztaler Alpen. Laut dem österreichischen Gletscherinventar AGI 5 misst der Gletscher 3,74 km² (Bezugsjahr 2023) und reicht von 2.878 bis 3.428 m Höhe. Seit 1968 hat sich die Zunge laut Messreihe um insgesamt 1.225 m zurückgezogen (die Reihe hat Lücken von zusammen 2 Jahren); zuletzt im Messjahr 2022/23: −11,0 m. Im Haushaltsjahr 1994/95 gewann der Gletscher im Mittel über die ganze Fläche 0,03 m Wasseräquivalent (Jahresmassenbilanz 0,03 m w. e.), die Gleichgewichtslinie lag bei 3.075 m. Nach dem Gletschermodell GloGEM fällt das Eisvolumen zwischen 2056 und 2099 unter 10 % des Standes von 2020, je nach Klimaszenario und Klimamodell.

Daten: Gletscher-Build 20261012-1, Seite geprüft am 02.11.2026. Kein amtliches Produkt; Herkunft steht an jeder Zahl (gemessen, Inventar, Modell, amtlich).

Steckbrief

Land, Region
Österreich, Ötztaler Alpen
Fläche
3,74 km² · Bezugsjahr 2023 · AGI5
Höhe
2.878 bis 3.428 m, Median 3.106 m · DGM Österreich (AGI 5)
Größenklasse
Klasse A (ab 1 km²): Fläche, Ausaperung, Albedo und Schneegrenze aus Sentinel-2
Lage
46,784° N, 10,826° O
Namen
Inventar: Hochjoch Ferner
Kennungen
AGI 5 2121 · RGI 6.2 RGI60-11.00943 · WGMS 492

Längenänderung der Zunge

Gemessen wird die Lage des Gletscherendes von Jahr zu Jahr (53 Messintervalle von 1968 bis 2023). Herkunft: gemessen. Die letzten Intervalle:

MessintervallÄnderung
2022–2023−11,0 m
2021–2022−15,8 m
2020–2021−8,4 m
2019–2020−10,0 m
2018–2019−5,8 m
2017–2018−34,0 m
2016–2017−35,9 m
2014–2015−26,6 m
2012–2013−20,3 m
2011–2012−43,1 m

Quelle: Österreichischer Alpenverein, Gletschermessdienst (PANGAEA, Kellerer-Pirklbauer & Lieb u. a.), doi:10.1594/PANGAEA.971350.

Massenbilanz

Die Reihe umfasst 5 Haushaltsjahre zwischen 1991 und 1995; im Mittel der 5 gemessenen Jahre seit 1986 lag sie bei −0,59 m Wasseräquivalent. Eine negative Bilanz heißt: Der Gletscher hat im Jahr mehr Eis verloren, als im Winter an Schnee dazukam. Herkunft: gemessen (glaziologisch).

HaushaltsjahrJahresbilanzGleichgewichtslinieAAR
1994/950,03 m w. e.3.075 m0,31
1993/94−0,98 m w. e.3.028 m0,49
1992/93−0,19 m w. e.3.066 m0,35
1991/92−1,12 m w. e.3.090 m0,26
1990/91−0,70 m w. e.––

Die letzten zehn gemessenen Jahre; Jahre ohne Messung fehlen. AAR = Anteil der Fläche, auf dem am Ende des Sommers Schnee vom Winter liegt. Quelle: WGMS (2026), Fluctuations of Glaciers Database (FoG), 2026-02-10, doi:10.5904/wgms-fog-2026-02-10.

Fläche im Vergleich der Inventare

Nach den Inventaren wuchs die Fläche zwischen 2015 und 2023 von 3,73 auf 3,74 km² (+0 %). Inventare verschiedener Jahre sind mit verschiedenen Verfahren kartiert; kleine Unterschiede liegen im Rahmen der Kartiergenauigkeit. Herkunft: Inventar.

BezugsjahrFläche
20153,73 km²
20233,74 km²

Quelle: GI4 2015 · AGI 5.

Projektion bis 2100: Wie lange bleibt das Eis?

Das ist eine Modellrechnung, keine Messung, und immer eine Spanne, nie ein einzelnes Jahr: Median und Spanne über 12 Klimamodelle, Volumen 2020 = 100 % (Volumen 2020 laut Modell 0,15 km³).

Szenario20502100
SSP1-2.6 (starker Klimaschutz)41 % (27–49 %)6 % (3–10 %)
SSP5-8.5 (hohe Emissionen)25 % (17–49 %)0 % (0–0 %)

Quelle: GloGEM CMIP6 v2 (Zekollari et al. 2024), 12 GCM; Zekollari, H. et al. (2024), GloGEM CMIP6 global glacier projections, doi:10.5281/zenodo.17632573, CC BY 4.0.

Im interaktiven Steckbrief

Der Steckbrief unter dieser Adresse zeigt zusätzlich, was sich laufend ändert: den Schmelzindex der nächsten 14 Tage aus Wettermodellen (alle drei Stunden neu, ohne Einheit, weil seine Eichung auf Millimeter die vorab festgelegte Abnahme nicht bestanden hat), die Schneegrenze der letzten klaren Sentinel-2-Szene als Szenenwert (keine Gleichgewichtslinie), frühere Umrisse im Vergleich und eine 3D-Ansicht. Er sagt nichts über Spalten, Steinschlag oder Begehbarkeit und gibt keine Tour frei.

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